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Mieten in Berlin steigen jetzt auch hier! Hunderttausende betroffen

Wer in der Hauptstadt zur Miete wohnt, muss sich seit Jahren mit im steigenden Mieten auseinandersetzen. Jetzt sind auch diese Mieten betroffen:

Mieten in Berlin
© IMAGO/Wolfilser

Miete in Berlin: Wohnen wird immer teurer

Berlin war mal ein gutes Pflaster für günstige Mieten. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit dem Jahr 2012 haben sich die durchschnittlichen Wohnungspreise in der Hauptstadt von 6,65 Euro pro Quadratmeter auf 12,92 Euro pro Quadratmeter verdoppelt.

Der Preis fürs Wohnen in Berlin steigt seit vielen Jahren. Gebaut wird allerdings verhältnismäßig wenig. Das spüren auch die Mieter von landeseigenen oder genossenschaftlichen Unternehmen.

Infolge der hohen Baupreise steigen jetzt nämlich auch die Mieten bei landeseigenen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen in Berlin. Hiervon sind tausende Mieter in der Hauptstadt betroffen.

Die Mieten in Berlin steigen jetzt auch bei diesen Wohnungsunternehmen

Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur lagen die Preise im Bestand des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) bei Wiedervermietungen rund sieben Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Neumieter zahlten laut BBU durchschnittlich fast 8,60 Euro kalt pro Quadratmeter.

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In BBU sind landeseigene, genossenschaftliche und kirchliche Wohnungsunternehmen organisiert. Ihnen gehören rund 45 Prozent des Berliner Mietwohnungsbestands.

Nachholeffekte nach der Coronakrise machen sich bemerkbar

Besonders stark stiegen bei den Mitgliedsunternehmen die Preise bei Erstvermietungen in neu gebauten Wohnungen. Die Nettokaltmiete pro Quadratmeter stieg hier im vergangenen Jahr um mehr als 15,5 Prozent auf 12,66 Euro. Sie stehen allerdings dem BBU zufolge für lediglich 0,3 Prozent aller untersuchten Mietverhältnisse.

Die Bestandsmieten machen darin hingegen mit fast 95 Prozent den größten Anteil aus. Sie stiegen bei den Berliner BBU-Mitgliedern im vergangenen Jahr moderater, um knapp vier Prozent auf 6,85 Euro pro Quadratmeter. Dabei handele es sich um einen Nachholeffekt nach der Coronakrise, sagte BBU-Vorständin Maren Kern.

Immense Kostensteigerungen bei Bau und Finanzierung neuer Wohnungen

Hauptgrund für die deutlich höheren Mietpreise sind demnach die immensen Kostensteigerungen bei Bau und Finanzierung neuer Wohnungen. Dabei seien diese in den aktuellen Fertigstellungen noch gar nicht vollumfänglich abgebildet, weil diese in der Regel bereits vor vier oder fünf Jahren in Auftrag gegeben wurden – noch vor den besonders starken Kostenerhöhungen der jüngeren Jahre.

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Baugenehmigungen in Berlin im Vorjahresvergleich um fast 38 Prozent auf etwas mehr als 9.900. Das war der niedrigste Stand seit mehr als zehn Jahren. Der BBU fordert eine deutliche Reduzierung von Bauvorgaben und eine verlässlichere Bundes- und Landesförderung für den Neubau.

Inflation trägt eine große Teilschuld an den steigenden Mieten

Auf Reddit reagierten viele User auf die gestiegenen Mieten latent gereizt. Allerdings ist den meisten Mietern auch klar, dass die Inflation eine große Teilschuld an dieser Entwicklung trägt:

„Grundmieten, die proportional zur Kostensteigerung für Instandhaltung und Deckung der Verbindlichkeiten steigen, sind normal“, erklärte hier ein User. „Die Nebenkosten steigen ebenfalls proportional zu der Verursachung.“


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„Wenn die Müllabfuhr teuer wird oder die Grundsteuer steigt, steigen die Nebenkosten“, behauptet ein User auf Reddit. „Wenn die Kredite teurer werden und die Instandhaltung teurer wird, steigt die Grundmiete. Das gilt für Genossenschaften genauso wie für landeseigenes Wohnen. Es wird nur hässlich wenn die Steigung unproportional zu den Kosten liegt.“ (mit dpa)