Ein wunderschöner Saal im Schloss Schönhausen in Berlin-Pankow: Hier nimmt Volker Kutscher, der Autor auf dessen Roman-Serie die Erfolgsserie „Babylon Berlin“ basiert, gemeinsam mit seinem Berliner Publikum Abschied. Denn der zuletzt erschienene zehnte Band seiner Rath-Romane wird der letzte sein.
Gemeinsam mit Thomas Gralla vom „Buchlokal“, der die Lesung in der Stadt moderierte, in der die Romanserie spielt, tauchen die Zuhörer ein letztes Mal in die Welt von Kriminalkommissar Gereon Rath ein. Und auch unsere Reporterin ist vor Ort dabei, als Volker Kutscher gleich zu Beginn eine kleine Bombe platzen lässt.
„Babylon Berlin“ und Gereon Rath: Volker Kutscher nimmt Abschied
„Ich muss das Thema Rath langsam loswerden“, erzählt Volker Kutscher noch bevor er die erste Passage aus seinem neuesten Roman vorliest. „Ich konnte nicht einfach aufhören.“ Dann folgen die Worte, die vielen der Anwesenden ein Leuchten in die Augen treiben.
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Neben seiner zehnteiligen Roman-Reihe widmete Volker Kutscher zwei kurze Bücher den „drei wichtigsten Charakteren meiner Romane.“ „Moabit“ und „Mitte“ sind Erzählungen, die von Kat Menschik illustriert wurden.
Der dritte Band ist „schon fast fertig und kommt im Herbst“, verkündet der Autor freudig. Der Titel des dritten Bandes: „Westend“. Während es im ersten Band um Charlotte Ritter (mittlerweile Rath) geht, steht im zweiten Teil „Mitte“, Fritze im Mittelpunkt, dem Ziehsohn von Charlotte und Gereon Rath. Demnach ist klar, wer die Hauptfigur im dritten Teil der Erzähl-Reihe sein wird.

Der zehnte und letzte Roman der Reihe spielt im Jahr 1938 – was für den Autor den „endgültigen Zivilisationsbruch in Deutschland“ und „der erste Schritt in Richtung Auschwitz und Holocaust“ darstellt. Immer wieder kommen die beiden Männer auf dem Podium auf die aktuelle politische Lage in Deutschland und etwaige Parallelen zu sprechen.
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Auf die Frage, ob wir in einer vergleichbaren Zeit leben würden antwortet Kutscher mit einem „Jein“. Man solle nicht zu platte Vergleiche ziehen. Und doch hätte er damals, als er den ersten Teil der Rath-Romanreihe vor beinahe 20 Jahren schrieb sich überhaupt nicht vorstellen können, dass die Parallele jemals doch nicht so fern sein könnte.
Auch mit der Verfilmung seiner Rath-Serie ist es bald vorbei. Die 5. Staffel „Babylon Berlin“, die derzeit gedreht wird, wird ebenfalls die letzte sein.