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Berlin: Neuköllner Kult-Lokal in großer Sorge – „Es droht die Schließung“

Über 15 Jahre gibt es diese Berliner Kult-Kneipe in Neukölln schon. Doch jetzt droht die Schließung. Der Laden tut alles, um das zu verhindern.

© IMAGO/photothek.de

Das Café Tiergarten in Berlin: Ein Original kehrt zurück

Das Café Tiergarten in Berlin hat vor zwei Jahren seine Türen geschlossen.Nun wollen Leonie und Simon dem Kult-Café zu neuem Glanz verhelfen.

Wer in Berlin ausgehen will, der hat die Qual der Wahl. In Deutschlands einziger Metropole reihen sich in den Szenebezirken urige Eckkneipen an schicke Bars, Clubs und Konzertlocations an Theater.

Doch um die Kneipen und Kulturszene der Hauptstadt steht es schlecht. Wer nicht Corona oder der Inflation zum Opfer gefallen ist, dem macht der Sparkurs des Senats zu schaffen. Auch dieser Kult-Laden in Neukölln kämpft um seine Existenz.

Berliner Kultladen steht vor dem Aus – 60.000 Euro Nachzahlung

Das Peppi Guggenheim in der Weichselstraße in Neukölln ist nicht nur im Kiez eine echte Institution. Seit über 15 Jahren wird hier nicht nur getrunken und geplauscht. Das Peppi ist Kneipe, Konzert-Location, Ausstellungsort und Karaokebar zugleich. Klingt nach einem tollen Konzept, wäre da nicht ein Haken. Denn um die Kult-Kneipe steht es nicht gut. 60.000 Euro Schulden müssen an das Finanzamt gezahlt werden. Kommen die nicht zusammen, droht sogar die Schließung.

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Gleich auf zwei Websites versuchen die Betreiber das Geld durch Fundraising zu beschaffen. Sowohl auf startnext als auch auf einer eigenen Seite ruft das Peppi zum Spenden auf. Über 11.000 Euro seien so schon zusammengekommen, erklärt Stefan Loth, Booker, Social Media Manager und der Mann für alle Fälle im Peppi, BERLIN LIVE im Gespräch. Doch die Zeit drängt: Schon im April steht die erste und größte Nachzahlung an.

Kann sich das Peppi retten?

Der Grund für die Nachzahlung ist absurd. Wie in vielen Bars üblich, habe das Peppi Freibier an Musiker, Ehrenamtliche und Personal ausgeschenkt. Drei Getränke pro Person, für Stammgäste gab es Rabatt. Eine Selbstverständlichkeit, meint Loth. Doch das Finanzamt sieht das anders.

Die Bar hätte Gewinne mit den Getränken machen können. Für Barpersonal dürfe es offiziell nur ein Freigetränk pro Schicht geben, heißt es. Die Betreiber wussten davon nichts. Das sei alles eine „riesen Scheiße“ bringt Loth, der selbst ehrenamtlich für die Kneipe arbeitet, auf den Punkt.


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Das Peppi ist für viele Gäste wie ein „zweites Wohnzimmer“, macht er deutlich. Wenn das genommen wird, wäre das ein fataler Einschnitt im Kiez. Das Kult-Lokal versucht alles, um es nicht so weit kommen zu lassen. Neben der Fundraising-Aktionen stehen auch Spardosen an der Bar. Die Berliner Bergbrauerei hat zehn Fässer Bier im Wert von 4.000 bis 5.000 Euro gespendet. Und für den 3. und 17. April sind Benefizveranstaltungen geplant. Wir können nur hoffen, dass das Geld bald zusammenkommt und das Peppi bleibt. Denn: „Es wird langsam drängend!“ Die Rückzahlung im April wollen die Betreiber anfechten.