Aus dem einstigen 49-Euro-Ticket ist mittlerweile ein 58-Euro-Ticket geworden. Dennoch erfreut sich das Deutschland-Ticket, dass das gesamte ÖPNV-Nahverkehrsnetz der Bundesrepublik in einem einzigen Abo-Fahrschein vereint, nach wie vor großer Beliebtheit.
Ob es mit dem Ticket langfristig weitergeht, ist noch offen, denn es steht noch nicht fest, ob der Bund die Finanzierung sicherstellt. Doch jetzt sprechen Experten Klartext – es geht um die Kosten.
Deutschlandticket: Bundesrat entscheidet über Finanzierung
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU), Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, betonte im Februar: „Für 2025 ist das Ticket gesichert, aber langfristig muss die neue Bundesregierung über die Zukunft des Tickets entscheiden. Aus bayerischer Sicht muss der Bund die Kosten künftig ganz übernehmen, schließlich war das Deutschlandticket – wie der Name schon sagt – ein Wunsch des Bundes.“
Nicht nur er, sondern auch Verkehrsminister Oliver Krischner (Grüne) aus NRW hat sich klar positioniert. Für ihn ist das Deutschlandticket eine Entlastung für den Pendlerverkehr und ein wichtiger Beitrag zur Mobilitätswende. Hinzu kommt, dass DB-Nutzer mit dem D-Ticket viel Geld sparen – immerhin kostet ein Monatsticket vielerorts mehrere hundert Euro. Eine Studie von Greenpeace bestätigt nun, dass man noch viel mehr spart, als man denkt.
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„Unterm Strich trägt sich das Deutschlandticket selbst“, betont Marissa Reiserer, Studienautorin und Verkehrsexpertin von Greenpeace laut der „TAZ“. Immerhin hat das Deutschlandticket im ersten Jahr zu volkswirtschaftlichen Einsparungen von fast 4 Milliarden Euro geführt – und das bei Finanzierungskosten von nur 3,45 Milliarden Euro.
Wie kommt diese Zahl zustande? Ein Beispiel: Unfälle kosten uns jährlich fast 60 Milliarden Euro, und das sind nur die, die nicht durch Versicherungen abgedeckt sind. Pro Kilometer sind das externalisierte Kosten von 6,4 Cent. Hinzu kommt, dass das Deutschlandticket nach Berechnungen von Experten bereits im ersten Jahr zu einer Reduzierung des Pkw-Verkehrs um rund 7,6 Prozent geführt hat.
Greenpeace betont: D-Ticket „spart Kosten“
Doch es gibt noch viel mehr Einsparpotenziale – besonders, wenn man die langfristigen Effekte eines dauerhaften Deutschlandtickets berücksichtigt. Wenn etwa durch den Umstieg auf die Bahn Straßenbauprojekte entfallen oder Menschen sogar ganz auf das Auto verzichten, könnte das den CO₂-Ausstoß weiter senken. Schaut man auch diese Faktoren an, könnte das Einsparpotenzial auf satte 4,88 Milliarden Euro pro Jahr steigen.
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Und das Beste? Je mehr Menschen das Ticket nutzen, desto größer werden die volkswirtschaftlichen Einsparungen. Der Schlüssel dazu liegt in einem attraktiven Preis – je günstiger das Ticket, desto mehr Menschen springen auf den Zug auf. Greenpeace rechnet vor, wie sich ein hypothetisches 29-Euro-Ticket auswirken würde: Die Einsparungen könnten sich dabei mehr als verdoppeln und auf gigantische 10,7 Milliarden Euro jährlich steigen, während die Finanzierungskosten bei nur 5,2 Milliarden liegen würden.
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Auch das Argument, dass Autofahrer durch das Deutschlandticket benachteiligt würden, versteht sie nicht: „Autofahrende zahlen einen Großteil der Kosten, die sie verursachen, nicht selbst. Jede Person, die auf den ÖPNV umsteigt, spart der Gesellschaft Kosten.“