Es deutete sich nach der Bundestagswahl schrittweise an und jetzt ist es tatsächlich eingetroffen. Eine frische INSA-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ vom 5. April macht es offiziell – es betrifft die AfD. Die Nachricht ist auch eine besondere Belastung für die finalen Koalitionsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD.
Als würde es nicht reichen, dass Wladimir Putin Europa bedroht, Donald Trump mit seinen Zöllen die Weltwirtschaft ins Chaos treibt. Nein, auch innerhalb Deutschlands wird die politische Lage immer angespannter.
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Neue Umfrage ist ein Paukenschlag
Erstmals ist die AfD laut Zahlen eines großen Meinungsforschungsinstituts jetzt stärkste politische Kraft in Deutschland. Zwar gleichauf mit CDU/CSU, aber beide kommen laut der „Bild am Sonntag“-Umfrage auf 24 Prozent. Das gab es noch nie!
Bisher konnte die Alternative in Deutschland nur bei der Landtagswahl 2024 in Thüringen stärkste Partei werden. Nun soll sie laut den INSA-Zahlen deutschlandweit vorne liegen.
Dass das nun so eingetroffen ist, liegt vor allem am Absturz von CDU/CSU. Bei der Bundestagswahl kam die Union noch auf 28,5 Prozent. Schon das war eine Enttäuschung für Kanzlerkandidat Friedrich Merz, der eigentlich ein Ergebnis oberhalb von 30 Prozent anstrebte.
Im Zuge der Koalitionsverhandlungen aber verlor die Union zuletzt immer weiter an Rückhalt. Vor allem die Kehrtwende bei der Aufnahme neuer Schulden empört viele konservative Stammwähler. Merz wird Wählertäuschung vorgeworfen. Außerdem ist es unklar, ob er als Kanzler seinen angestrebten Politikwechsel in der Migrationspolitik in der Koalition mit der SPD umsetzen kann.
AfD profitiert vom Frust in der Union
Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach kritisierte Merz jüngst bei Welt-TV. Er pocht darauf, dass es bei den angekündigten Zurückweisungen von illegalen Migranten an den deutschen Grenzen bleibt. Bosbach: „Die Union muss ihr Wort halten!“ Er habe noch „im Ohr, dass Friedrich Merz gesagt hat, das ist für mich eine Gewissensentscheidung. Er könnte doch jetzt nicht sagen, mittlerweile hat sich mein Gewissen geändert, jetzt machen wir es doch nicht.“ Auch in der Jungen Union gibt es viel Unmut über den Merz-Kurs in den Verhandlungen mit der SPD. Manche bringen gar eine Minderheitsregierung ins Spiel – und damit ein Ende der Brandmauer zur AfD.
Von dem ganz CDU-Ärger profitiert ganz offensichtlich die AfD. Die Weidel-Partei ist in den vergangenen Wochen bei allen Umfrageinstituten nach oben geklettert. Auch bei ARD (Infratest dimap) und RTL/ntv (Forsa) lag sie zuletzt bei 24 Prozent.
Neu ist nun also, dass die Union auf dieses Niveau gefallen ist, laut der Erhebung für die „Bild am Sonntag“. Das dürfte die Debatte um die Frage der Integrität in der Union und die Sorge vor dem Ausgang der nächsten Bundestagswahl 2029 zuspitzen.
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In der frischen INSA-Umfrage verharrt die SPD bei 16 Prozent, die Grünen und Die Linke liegen gleichauf bei 11 Prozent. FDP und BSW wären mit jeweils 4 Prozent weiter nicht im Bundestag vertreten.