Die Bundestagswahl hat nur eine realistische Regierungsoption hervorgebracht: Schwarz-Rot. Die ersten Sondierungsgespräche werden bereits geführt, bis zu einer Koalition müssen jedoch einige politische Brücken überwunden werden. Die SPD hat bereits angekündigt, auf Augenhöhe regieren zu wollen. Bedingungslose Zugeständnisse wird es nicht geben. SPD-Chefin Esken legt jetzt noch einmal nach.
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Die Bundestagswahl entpuppte sich für die SPD als ein Debakel. Binnen drei Jahren verlor man 9,3 Prozentpunkte an Zustimmung. Die 16,4 Prozent, die unter dem Strich stehen, bedeuten für die Sozialdemokraten das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit. Erste personelle Konsequenzen wurde bereits verkündet: Kanzler Olaf Scholz hat sich zurückgezogen und der bisherige Fraktionschef Mützenich wurde von Lars Klingbeil beerbt. SPD-Chefin Saskia Esken verharrt allerdings an der Spitze.
Saskia Esken bekommt Rückendeckung von SPD-Frauen
Die Sozialdemokratin hält es für unabdingbar, „Stabilitätssignale“ zu senden. Ein Ausscheiden ihrer Person würde eben solche nicht senden. Viele Parteikollegen scheinen diese Auffassung angesichts der Wahlschlappe jedoch nicht zu teilen – im Gegenteil. Beispielsweise teilte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Wieczorek aus Hessen unverblümt gegen Esken aus. „Die hat völlig den Verstand verloren“, schrieb er auf X.
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Unmittelbar vor dem Start der Sondierungsgespräche legt Esken jetzt noch einmal nach und bekräftigt ihre Position in der Partei. „Ich verspreche, dass ich nerve“, sagte sie im „Bild“-Interview mit Blick auf die Verhandlungen mit Merz und dessen Parteikollegen. „Nerven“ kann sie derweil nur als Verhandlungsführerin, also als Teil der SPD-Spitze neben Lars Klingbeil.
Trotz – oder gerade wegen – des Drucks auf Esken stellen sich die SPD-Frauen geschlossen hinter ihre Chefin. „Die Doppelspitze, der Kanzler und der Parteivorstand hatten den Auftrag, den Wahlkampf zu planen und zu leiten. Als Team. (…) Deshalb kann ein Misserfolg niemals an einer Frau festgemacht werden“, sagte Maria Noichl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der SPD-Frauen, dem „Stern“.