Acht Punkte beträgt der Vorsprung von Union Berlin auf Relegationsplatz 16. Ganze zehn sind es inzwischen auf den ersten sicheren Abstiegsplatz 17. Und geht es nach den Verantwortlichen bei den Eisernen könnte dieser Vorsprung auch noch ohne das Treten eines Balles auf sehr beruhigende 13 Punkte anwachsen.
Der Grund: Noch immer befindet sich Union Berlin mit dem VfL Bochum und dem DFB im Clinch und den Feuerzeug-Skandal im Hinspiel in der Alten Försterei. Union-Manager Horst Heldt wirft dem DFB nun vor, auf einem „Rachefeldzug“ zu sein.
Union Berlin: Bochum hängt den Eisernen noch immer nach
Was war passiert? Im Hinspiel zwischen Union Berlin und Bochum wurde VfL-Keeper Patrick Drewes von einem Feuerzeug am Kopf getroffen, ging zu Boden und wurde vom Feld begleitet. Das Wurfgeschoss kam von der Waldseite in der Alten Försterei, wo die organisierte Fanszene von Union ihren festen Platz hat. Von dort kamen auch Pfiffe, nachdem das Spiel zunächst nicht fortgesetzt wurde. Letztendlich brachten beide Seiten die Partie mit einem Nichtangriffspakt und Bochum-Stürmer Philipp Hofmann im Tor zuende.
Der VfL Bochum sah sich aber dennoch benachteiligt, gab an nur unter Protest weitergespielt zu haben und klagte. Das Sportgericht des DFB folgte der Argumentation der Bochumer und wertete die Partie, die nach dem Nichtangriffspakt mit 1:1 endete mit 2:0 für den VfL. Union hat Schiedsklage erhoben. Ein Ergebnis steht hier noch aus.
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Währenddessen hat Union Berlin nun eine weitere Strafe für den Vorfall erhalten. Eine Geldstrafe in Höhe von 80.000 Euro. Eine Doppelbestrafung, die Unions Manager Horst Heldt mächtig auf die Palme brachte. Er glaube nicht, dass es richtig sei, für eine Tat zweimal bestraft zu werden.
Heldt richtet scharfe Worte an den DFB
Scharf waren auch die Worte, die er an den DFB richtete. „Wendet eure selbst geschaffenen Gesetze an und erfindet keine neuen, um einen Rachefeldzug gegen Menschen zu führen, die im Stadion sind und manchmal nicht alles richtig machen“, sagte der ehemalige Profi und schob schnell hinterher: „Das soll aber nicht die Aktion verharmlosen.“ Genau das war einigen Fans von Union Berlin immer wieder vorgeworfen worden.
Wann das Schiedsgericht eine Entscheidung treffen wird, ist noch unklar. Bei Union Berlin wähnt man sich ohnehin als Opfer der Verbände. In einem Interview erklärte Präsident Dirk Zingler einmal: „Das Gericht ist vom VfL Bochum und vom Kontrollausschuss aufgefordert worden, ein politisches Signal zu senden. Dies war nur möglich unter fehlerhafter Anwendung der Rechts- und Verfahrensordnung.“